Biblia sacra tam Veteris quam Novi Testamenti, cum Apocryphis, secundum fontes Hebraicos et Graecos, ad optimos codices collata, praetereaque ita adornata, ut qua singulas paginas exactissime respondeant Bibliis Germanicis, Halae Saxonum impressis, quae Cansteiniana vulgo vocantur, ad confirmandam memoriam localem in his acquisitam. Adiectae sunt variantes lectiones selectae. Cum praefatione de authentici textus prae versionibus praerogativis D. Christiano Benedicti Michaelis.

Züllichau, Gottlob Benjamin Frommann für das Waisenhaus (Orphanotrophei), 1741 und 1740

Sprüche 23

25Lass sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen. 27Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen. (Spr. 22,14) 28Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich. (Spr. 7,12)

29Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen? (Spr. 21,17; Spr. 20,13) 30Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist. (Spr. 20,1; Jes. 5,11; Jes. 5,22) 31Sieh den Wein nicht an, dass er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein; 32aber darnach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. 33So werden deine Augen nach anderen Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden, 34und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum. 35„Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, dass ich's mehr treibe?“ (Jes. 56,12)

Sprüche 24

Mahnungen zu Geduld und Verträglichkeit.

1Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein; 2denn ihr Herz trachtet nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten. 4Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer. (Spr. 31,10-31)

5Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften. 6Denn mit Rat muss man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg. (Spr. 20,18; Spr. 11,14)

7Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht. 9Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Gräuel vor den Leuten.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette die, die man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will. (Hiob 29,12; Ps. 82,4) 12Sprichst du: „Siehe, wir verstehen's nicht!“, meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk? (Spr. 16,2; 1.Sam. 16,7; Röm. 2,6)

13Iss, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse. 14Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein. (Spr. 23,18)

15Laure nicht als ein Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht. 16Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück. (Hiob 5,19; Ps. 37,24)

17Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück; (Hiob 31,29) 18der HErr möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seinen Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen. (Spr. 3,31; Ps. 37,1; Ps. 73,3) 20Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen. (Spr. 13,9)

21Mein Kind, fürchte den HErrn und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer. (1.Petr. 2,17) 22Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt? (Röm. 13,2)

23Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut. (3.Mose 19,15) 24Wer zum Gottlosen spricht: „Du bist fromm“, dem fluchen die Leute, und das Volk hasst ihn.

Text der Luther-Übersetzung (1912) von Sprüche 23, 25 bis Sprüche 24, 24

Biblia sacra tam Veteris quam Novi Testamenti, cum Apocryphis, secundum fontes Hebraicos et Graecos, ad optimos codices collata, praetereaque ita adornata, ut qua singulas paginas exactissime respondeant Bibliis Germanicis, Halae Saxonum impressis, quae Cansteiniana vulgo vocantur, ad confirmandam memoriam localem in his acquisitam. Adiectae sunt variantes lectiones selectae. Cum praefatione de authentici textus prae versionibus praerogativis D. Christiano Benedicti Michaelis.

Züllichau, Gottlob Benjamin Frommann für das Waisenhaus (Orphanotrophei), 1741 und 1740