Biblia (Band 1) Das ist: Die ganze Heylige Schrifft, Teutsch. D. Mart.Luth. Sampt einem Register / Summarien über alle Capitel / und schönen Figuren

Gedruckt in Frankfurt am Mayn bei Georg Rab für W. Han (Erben) und Sigmund Feyerabend, 1570

Hiob 16

15Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt. (1.Mose 37,34) 16Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt, 17wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.

18Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte! (1.Mose 4,10) 19Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe. 20Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott, (Klagel. 3,14) 21daß er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde. 22Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde. (Hiob 10,21)

Hiob 17

Fortsetzung: Hiob sieht nicht um sich als Jammer und nichts vor sich als das Grab

1Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da. 2Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muß mein Auge weilen. 3Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten? (Hiob 16,19) 4Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen den Sieg geben. 5Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.

6Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muß mir ins Angesicht speien lassen. (Hiob 30,9) 7Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten. (Ps. 6,8) 8Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler. 9Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.

10Wohlan, so kehrt euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden. 11Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben. 12Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht. 13Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht; 14Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester: (Hiob 4,19) 15was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen? 16Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen.

Hiob 18

Bildads zweite Rede

1Da antwortete Bildad von Suah und sprach:

2Wann wollt ihr der Reden ein Ende machen? Merkt doch; darnach wollen wir reden. 3Warum werden wir geachtet wie Vieh und sind so unrein vor euren Augen? (Hiob 17,4; Hiob 17,10) 4Willst du vor Zorn bersten? Meinst du, daß um deinetwillen die Erde verlassen werde und der Fels von seinem Ort versetzt werde?

5Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten. (Hiob 18,18; Hiob 21,17; Ps. 73,18-20; Spr. 13,9; Spr. 24,20) 6Das Licht wird finster werden in seiner Hütte, und seine Leuchte über ihm verlöschen. 7Seine kräftigen Schritte werden in die Enge kommen, und sein Anschlag wird ihn fällen. 8Denn er ist mit seinen Füßen in den Strick gebracht und wandelt im Netz. 9Der Strick wird seine Ferse halten, und die Schlinge wird ihn erhaschen. 10Sein Strick ist gelegt in die Erde, und seine Falle auf seinem Gang. 11Um und um wird ihn schrecken plötzliche Furcht, daß er nicht weiß, wo er hinaus soll. (3.Mose 26,36) 12Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen. 13Die Glieder seines Leibes werden verzehrt werden; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes. 14Seine Hoffnung wird aus seiner Hütte ausgerottet werden, und es wird ihn treiben zum König des Schreckens.

Text der Luther-Übersetzung (1912) von Hiob 16, 15 bis Hiob 18, 14

Biblia (Band 1) Das ist: Die ganze Heylige Schrifft, Teutsch. D. Mart.Luth. Sampt einem Register / Summarien über alle Capitel / und schönen Figuren

Gedruckt in Frankfurt am Mayn bei Georg Rab für W. Han (Erben) und Sigmund Feyerabend, 1570